Turnus: Dienstag, 19:00 Uhr // zweiwöchentlich

Kontakt: freudlesekreis@lists.riseup.net

Textgrundlage: Sigmund Freud, Joseph Breuer »Studien über Hysterie« (1895)

Nächstes Treffen: 04.09.18

Diskussionsgrundlage für das nächste Treffen: Kapitel II.V.

Nach Sigmund Freud hat das naive Eigenbild der Menschen durch die Wissenschaft drei Kränkungen erfahren: Die Entdeckung von Kopernikus, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Weltalls ist; Darwins Evolutionstheorie, die die Abstammung des Menschen vom Affen nachweist, und als dritte Kränkung die Erkenntnis der Psychoanalyse, dass der Mensch nicht Herr im eigenen Haus ist, da sich Teile des Seelenhaushalts dem Bewusstsein und dem Willen entziehen. Als radikale Kritik der libidinösen Ökonomie ist die Psychoanalyse in der bürgerlichen Wissenschaft mittlerweile verdrängt, unterdrückt und entschärft worden. Zugleich sind die kultur- und subjektkritischen Elemente der Psychoanalyse zu vulgären Phrasen der Küchenpsychologie verkommen oder wurden im Zuge der Professionalisierung der Psychotherapie den medizinischen Standards angepasst. Ihr kosmopolitischer Anspruch einer Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und kulturellen Problematiken ist dabei weitestgehend in Vergessenheit geraten.
In den Räumen der translib veranstalten wir einen Lesekreis zur Kritik der libidinösen Ökonomie, in dem wir uns mit den Texten und der Theorie Freuds auseinandersetzen, sowie ihre unterdrückten und verschütteten Momente bergen wollen. Es werden keine Vorkenntnisse vorausgesetzt.

sigmund-freud

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