Turnus: Dienstag, 19:00 Uhr // zweiwöchentlich

Kontakt: freudlesekreis@lists.riseup.net

Themenblock: Geschlechterverhältnis

Textgrundlage: Sigmund Freud »Einige psychische Folgen des anatomischen Geschlechtsunterschieds« (1925)

Nächstes Treffen: 28.05.2019

Nach Sigmund Freud hat das naive Eigenbild der Menschen durch die Wissenschaft drei Kränkungen erfahren: Die Entdeckung von Kopernikus, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Weltalls ist; Darwins Evolutionstheorie, die die Abstammung des Menschen vom Affen nachweist, und als dritte Kränkung die Erkenntnis der Psychoanalyse, dass der Mensch nicht Herr im eigenen Haus ist, da sich Teile des Seelenhaushalts dem Bewusstsein und dem Willen entziehen. Als radikale Kritik der libidinösen Ökonomie ist die Psychoanalyse in der bürgerlichen Wissenschaft mittlerweile verdrängt, unterdrückt und entschärft worden. Zugleich sind die kultur- und subjektkritischen Elemente der Psychoanalyse zu vulgären Phrasen der Küchenpsychologie verkommen oder wurden im Zuge der Professionalisierung der Psychotherapie den medizinischen Standards angepasst. Ihr kosmopolitischer Anspruch einer Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und kulturellen Problematiken ist dabei weitestgehend in Vergessenheit geraten.
In den Räumen der translib veranstalten wir einen Lesekreis zur Kritik der libidinösen Ökonomie, in dem wir uns mit den Texten und der Theorie Freuds und Psychoanalytiker*Innen in seiner Tradition auseinandersetzen, sowie ihre unterdrückten und verschütteten Momente bergen wollen. Es werden keine Vorkenntnisse vorausgesetzt.

sigmund-freud

Die Gesammelten Werke von Sigmund Freud, erschienen bei Imago Publishing London zwischen 1952 und 1955, hier zum Download.

Einige Ausgaben der Internationalen Zeitschrift für Psychoanalyse von 1914 bis 1941 hier zum Download.

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