Heute und morgen: Die Langen Filmnächte Teil 2 und 3

23.05. / 19 Uhr / Lange Filmnacht, die II. / Postkoloniales Kino
Nach einer kurzen Einführung zur postkolonialen Geschichte Portugals und der ehemaligen afrikanischen Kolonialgebiete sehen wir essayistisch gehaltene Filme der portugiesischen Künstlerin und Filmemacherin Filipa César, die sich mit den Möglichkeiten einer filmischen Aufarbeitung visueller Überlieferungen der Kolonialgeschichte beschäftigt. Danach sehen wir einen thematisch passenden Spielfilm.
regresso regresso2
Die Bilder stammen aus dem Film O Regresso do Amílcar Cabral
(R: Flora Gomes, Sana na N’Hada, José Bolama, Josefina Crato, Guinea-Bissau 1976). Sie zeigen
Szenen von der Beisetzung des Mitbegründers des
Partido Africano para a Independência da Guiné e do Cabo Verde (PAIGC)
 
24.05. / 19 Uhr / Lange Filmnacht, die III. / Die äußere Wirklichkeit des PREC – Filmabend zum „andauernden revolutionären Prozess“ in Portugal
Gezeigt werden einige der besten Dokumentarfilme über die soziale Revolution in Portugal 1974/75, die wir finden konnten. Sie führen auf den Ebenen des alltäglichen Lebens, der politischen Auseinandersetzungen und der elementarsten Klassenkämpfe plausibel vor Augen, wie sich eine revolutionäre Bewegung im damaligen Proletariat, auch auf dem Land, konstituiert. Widerlegt wird damit der Mythos, die „Männer der Politik und des Militärs“ seien die treibenden Akteure der Revolution; ebenso wie die Legende, dass es nur um den Übergang von „der Diktatur“ in „die Demokratie“ gegangen wäre. Sie zeigen: tatsächlich sind es die total durchschnittlichen Arbeiter_innen mit ihren Besetzungen und Aneignungen der Produktionsbedingungen in den Städten und auf dem Land, die mit ihren Klassenkämpfen die Geschichte machen. Am Rande Europas wurde damals damit angefangen, die Produktionsverhältnisse in Richtung einer kommunistischen Gesellschaft zu verändern – ein Experiment, das schnell wieder unterbunden werden konnte.
Das Medium Film als „Errettung der äußeren Wirklichkeit“ (Siegfried Kracauer) zerstört hier den Mythos von der staatlich installierten „Nelkenrevolution“: es zeigt, wie die Arbeiter_innen als treibende Kraft agieren und die Herrschenden hinterherlaufen; wie Menschen gegen Menschen dafür kämpfen, das 20. Jahrhundert zu verlassen, solange noch Zeit war.
Außerdem bieten wir an diesem Abend die Möglichkeit, zur kolonialen Vorgeschichte der Revolution in Portugal eine in Cannes prämierte Spielfilmrarität zu sehen. In einer bitter-sarkastischen Mischung aus Monthy-Python/Sandalen-/Vietnamkriegs- und Queer-Cinema-Genre lässt er die Geschichtsmythologie des portugiesischen Weltreiches und seines Scheiterns bis zum 25. April 1974 Revue passieren. Ein Geheimtipp!

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