28.02.2014 | 19 Uhr – Kritik und Organisation. Diskussion über die Scherbentheorie

Mit anschließender Kneipe

Dem Siegeszug der klassenlosen Klassengesellschaft steht das hiesige subversive Milieu als ohnmächtiger Trümmerhaufen gegenüber. Ohne Aussicht auf eine bewußte Bewegung, die den bestehenden Zustand aufhebt, und weit davon entfernt selbst ein antagonistischer Faktor zu sein, bleibt die Praxis der verschiedenen Szenen und Subzenen, Gruppen und Grüppchen auf sich selbst bezogen: Man trifft sich regelmäßig bei Vorträgen, gerne in der Rolle der passiven Zuschauer_innen von Szenestars, organisiert Seminare und Demos, engagiert sich in der Antifa oder Antira, hängt auf Voküs, Queer Parties oder Kneipenabenden rum. Im besten Fall hat man mal eine gute Diskussion, schafft eine Publikation, die sich verbreitet oder erprobt hier und da ansatzweise neue Formen der Kollektivität. Meistens jedoch weisen Theorie und Praxis nicht über den eigenen Bekanntenkreis hinaus. Schließlich kommt der Punkt, wo die eigene Zeit zu schade wird, um sie auf Plena und den immergleichen abendlichen Vorträgen zu verbringen.
Gegen diese Tendenzen richtet sich die 2012 erschienene Scherbentheorie des ehemaligen Club für sich. Sie rückt dem behaglichen Szeneleben auf den Leib und denunziert dessen Beschränktheit. Auf Grundlage dieses Textes (online: Scherbentheorie) möchten wir den gegenwärtigen Zustand der Organisation revolutionärer Theorie und Praxis diskutieren und insbesondere deren oftmals völlig unbewusst reproduzierten Formen zum Gegenstand der Kritik machen. Dabei geht es uns um die Frage, welche neuen Formen und Orte der Auseinandersetzung und Assoziierung es geben kann, auf deren Basis eine communistische Organisation und Selbstbildung möglich werden könnte.

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2 Kommentare
  1. Jenseits der Spaltung sagte:

    Den Text schon vor einiger Zeit ueberflogen. Abschreckend die verkitscht neoklassizistische Aufmachung der Broschuere. Die Verfasser konstruieren 1968 in ursprungsmythischer Fassung, um die Vorstellung einer moeglichen Ganzheit rueckbinden zu koennen, in die soziale „Fragmente“ integriert werden sollen. Magisches Denken platter Sozialpaedagog_innen nach dem Besuch eines Kurses fuer Kreatives Schreiben.

    Die Situationisten schafften es immerhin noch ganz gut, die Tradition der politischen Romantik zu verschleiern, die ihrer Ideologie zu Grunde lag. Beim Ex-Club-fuer-sich davon geblieben ist die Zweckentfremdung Hegels fuer irrationalistisches Ganzheitlichkeitsgeschwafel, heute jedoch offen und unverstellt.

    Die Kirche wird ihnen gewiss die Tuere oeffnen.

  2. kalilah sagte:

    Wir werden Ihnen Abhilfe schaffen trauter Kirchengänger! Kommen Sie zu uns, nur bei uns gewinnen sie garantiert einen von 1000 Kugelschreibern in verschiedenen Farben. Jenseits der Spaltung – überlegen Sie nicht weiter! Trauen Sie sich noch heute!

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