Veranstaltung und Diskussion am 21.09.2024, 19:00 Uhr, translib

Das Theater von Peter Weiss (1916–1982) war und ist eines der direkten politischen Einmischung – nicht zuletzt, weil seine Stücke auf realen Gegebenheiten fußten: Er intervenierte ins Zeitgeschehen und in aktuelle oder sich anbahnende Diskurse. So trug er 1965 mit Die Ermittlung den ersten Frankfurter Auschwitzprozess aus dem Gerichtssaal auf die Theaterbühnen der BRD und der DDR, und konfrontierte die Öffentlichkeit 1968 in seinem Viet Nam Diskurs mit der brutalen Kolonialgeschichte Vietnams. Zur Programmatik seines »dokumentarischen Theaters« schrieb er:

»Wie die spontane Versammlung im Freien, mit Plakaten, Spruchbändern und Sprechchören, so stellt das dokumentarische Theater eine Reaktion dar auf gegenwärtige Zustände, mit der Forderung diese zu klären.«

Im Mittelpunkt unseres Abends zu Peter Weiss Theater sollen drei seiner Stücke stehen, die seine politische und ästhetische Entwicklung nachvollziehbar machen: In seiner Auseinandersetzung mit der Französischen Revolution – dem Theaterstück Marat/Sade (1964) – ließ er den Radikalrevolutionär Jean-Paul Marat und den individualistisch-libertären Marquis de Sade ihre politischen Ideale ausfechten, womit das Stück die Konfliktlinien der Neuen Linken um eine kollektive versus subjektive Emanzipation vorwegnahm, wie sie sich mit der 1968er-Bewegung  einstellten. Der Gesang vom Lusitanischen Popanz (1967) befasste sich, erneut anhand der ästhetischen Aufbereitung von historischen Dokumenten, mit der Kolonialisierung von Angola und Mozambique durch Portugal. Der neue Prozeß (1983) schließlich stellt das letzte von Weiss verfasste Theaterstück dar: eine Adaption Franz Kafkas, die sich mit der politischen Rolle von Kunstschaffenden im Kapitalismus auseinandersetzt. Damit löste sich Weiss zuletzt vom konkreten historischen Material und der direkten Intervention.

Für die Annäherung an diese Stücke und Peter Weiss‘ politische Theaterästhetik wird der Stuttgarter Künstlers Peter Schmidt  an diesem Abend Filme zeigen, die er aus Bühnenbildern und Skizzen von Gunilla Palmstierna-Weiss (der Lebensgefährtin Weiss‘) ursprünglich als eine Virtual-Reality-Umgebung schuf. Darin spitzt er das Weiss’sche Theater zu und arbeitet die politischen Kernaussagen heraus. Begleitet werden die Filme von einem Vortrag von Ludwig Winter, in dem anhand der Theaterstücke der biografische, politische und formalästhetische Werdegang von Peter Weiss nachgezeichnet wird: vom Fragesteller zu einer politischen Radikalisierung und inhaltlichen Konkretisierung bis hin schließlich zu seiner Abrechnung mit dem Kunst- und Kulturbetrieb überhaupt. Gemein ist den drei Stücken, dass sie politische Fragen aufwerfen, die sich einfachen Antworten entziehen und deren Aushandlungsprozesse bis heute andauern. Vor dem Hintergrund wird eine Reevaluation der von Peter Weiss entworfenen Ästhetik interessant: Welches politische Potential birgt die von ihm betriebene direkte Verquickung von Diskurs und Form noch heute?

Im Anschluss an die Filme und den Vortrag wird der Raum für Diskussionen zu Weiss’ ästhetischer Programmatik und formalen Aspekten der Theaterstücke und Filme geöffnet.

Peter Schmidt und Ludwig Winter kennen sich durch die gemeinsame Mitarbeit an der Website https://peter-weiss.digital/. Peter Schmidt schuf hierfür die Virtual-Reality-Implementation „Peter Weiss Cube“. Ludwig Winter arbeitete am Archiv und zu Peter Weiss’ Verhältnis zur deutschen 68er-Bewegung.

Kaum eine Frage prägt die gegenwärtigen gesellschaftlichen und politischen Diskussionen in Deutschland und Europa so stark, wie die nach dem Umgang mit der Fluchtmigration. Gab es im letzten Jahrzehnt durchaus Momente, in denen es schien, dass die solidarische Aufnahme von Geflüchteten auf breitere gesellschaftliche Zustimmung stößt, haben sich nun die Zeichen der Zeit deutlich gewandelt: ein erheblicher Teil der Bevölkerung wählt (aus flüchtlingsfeindlichen Motiven) die AfD, die Ampel verschlechtert die Lebensbedingungen Geflüchteter immer weiter und die EU schafft faktisch das individuelle Recht auf Asyl ab. Andere akute gesellschaftliche Fragen, wie der nach bezahlbarem Wohnraum, der Aufrechterhaltung sozialer Sicherungssysteme, der Wahrung der öffentlichen Sicherheit etc. münden schnell in der öffentlichen Infragestellung der Bereitstellung des Flüchtlingsschutzes. Politische Kräfte, die der Entmenschlichung der Debatte um Flüchtlingsschutz etwas entgegensetzen können, sind derzeit nicht in Sicht. Die neu gegründete Partei „Bündnis Sarah Wagenknecht“, die zumindest bei den Landtagswahlen im Osten der AfD etwas entgegensetzen könnte, profiliert sich mit deutlich flüchtlingsfeindlichen Positionen.

Vor diesem Hintergrund fragen wir uns als Lesekreis der translib, wie eine anti-autoritäre kommunistische Position zu Fluchtmigration aussehen könnte. Um eine solche Position zu erarbeiten, möchten wir zunächst verstehen, warum die Fluchtmigration in Deutschland immer wieder das bestimmende gesellschaftliche Thema wird. Dafür schauen wir uns im Lesekreis dessen historischen, politischen und ökonomischen Kontext genauer an. Im ersten Teil wollen wir uns den historischen und moralischen Begründungslinien des Flüchtlingsschutz widmen. Im zweiten Teil beleuchten wir den Flüchtlingsschutz im Kontext von Sozialstaat und Nationalismus, um herauszuarbeiten welche Rolle das sozialstaatliche Solidaritätsprinzip bei den staatlichen Aus- und Einschlüssen von Menschengruppen spielt. Im dritten Teil werden wir ergründen, wie Fluchtmigration im Kapitalismus ökonomisch nutzbar gemacht wird. Danach gehen wir in einen Exkurs zum Zusammenhang von kapitalistischen Produktionsverhältnissen und Rassismus. Als Abschluss wenden wir uns den gegenwärtigen politischen Angriffen auf den Flüchtlingsschutz zu.

Meldet euch an unter: translib@gmx.de

Termine – samstags, 10:00 bis 13:30 Uhr

07.09.2024: Rechtliche & Moralische Begründung des Flüchtlingsschutz

05.10.2024: Fluchtmigration im Kontext von Sozialstaat

09.11.2024: Ökonomische Nutzbarmachung von Flucht im Kapitalismus

07.12.2024: Exkurs – Zusammenhang von Kapitalismus und Rassismus

18. 01.2025: Politische Perspektiven auf den Flüchtlingsschutz

➤ Zum ausführlichen Lektüreplan geht es hier.

Modus

  • Im Lesekreis legen wir Wert auf eine solidarische Gesprächsatmosphäre: Auf ausgeglichene Redeanteile werden wir achten.
  • Pro Sitzung sollen zwei Texte gelesen werden. Die Erste Sitzung werden wir als Organisatoren des Lesekreises vorbereiten. Anschließend soll die Vorbereitung der Sitzungen rotieren. Bei der Vorbereitung der Sitzungen können wir gerne unterstützen.
  • Den Reader bekommt ihr nach der Anmeldung zugeschickt.
  • Wir wünschen uns, dass ihr möglichst an allen Sitzungen teilnehmen könnt. Falls euch das nicht möglich ist, schreibt das gerne in eurer Anmeldung dazu.
  • Da die Lektüregrundlage zum großen Teil auf Deutsch ist, wird der Lesekreis in deutscher Sprache stattfinden. Falls das zu Sprachbarrieren bei euch führen sollte, schreibt uns gerne und wir können eine Lösung dafür finden.
  • Für kleine Snacks während der Sitzung werden wird gesorgt.

Auf deutsch

Wutpilger Streifzüge /// Politik und Kultur sind Biotope einer Gesellschaft, die sich als naturwüchsiger Prozess vollzieht. „Wutpilger“ unternimmt Streifzüge in seinen Radiofeatures an die verwilderten Ränder dieser Landschaften. Auf der Suche nach den Spuren der menschlichen Betätigung innerhalb der irreversiblen Zeit: (Niemand entfärbt, was jetzt strömt.) Getrieben von der Wut, die es braucht, einen Gegenstand zu durchdringen. 

labournet.de /// Informationsseite über aktuelle soziale Kämpfe in Deutschland und international. Linksammlungen zu verschiedenen Themen.

labournet.tv /// Filme und Dokumentationen von Arbeitskämpfen und sozialen Bewegungen in Deutschland und anderso.

Kosmoprolet Blog /// Blog der Zeitschrift Kosmoprolet. Linkskommunistisches Magazin aus Berlin, Hamburg, Freiburg und Zürich.

Surplus Club /// Linkskommunistische Gruppe mit Texten zur Klassenneuzusammensetzung mit Fokus auf das Überflussproletariat.

Robert Schlossers Blog /// Enthält eine Menge lesenswerter Texte zur Aktualisierung der Kritik der politischen Ökonomie und den Bedingungen sozialer Emanzipation. Außerdem finden sich auf der Seite Auseinandersetzungen mit aktuellen Theorieansätzen und Praxis/Organisationsversuchen.

Cosmoproletarian Solidarity /// Ein Blog, auf dem gelegentlich Aufsätze erscheinen, die verschiedene Themen in Konstellationen bringen: Das globale Heer der „Überflüssigen“; Flucht, Migration und die radikale Flüchtlingsbewegung; die islamistische Herrschaft in der Türkei und im Iran als Formen antisemitischer Volkstaatlichkeit; Staatshörigkeit und Rassismus deutscher Proleten als ideologische Abwehrreflexe im Konkurrenzkampf gegen Arbeitskraftpatronen aus den (islamistisch kontrollierten) Krisengebieten der Verwertung.

Günther Sandleben /// Arbeitet an einer Aktualisierung der Kritik der Politischen Ökonomie. Die Seite sammelt viele lesenswerte Texte zur Analyse der aktuellen Krisentendenzen, der Kritik der Linken und allgemeinen begrifflichen Beiträgen zur KdPÖ.

Kommunistische Streitpunkte /// Die kommunistischen Streitpunkte sind ein 2004 eingestelltes Debattenorgan, welches Artikel und Kontroversen zu Fragen des kommunistischen Übergangs und eines revolutionären Programms enthält.

TheoriePraxisLokal /// Umfangreiches Archiv mit lesenswerten Texten zu den Komplexen revolutionärer Theorie. Außerdem organisiert TPL Veranstaltungen zur Selbstaneignung derselben in Frankfurt/Main.

Der hässliche Deutsche /// Artikelserie zu deutschen Großmachtbestrebungen gestern und heute.

www.mxks.de /// Platform zur gemeinsamen selbsttätigen Aneignung der Kritik der Politischen Ökonomie mit vielen Materialien.

übergänge /// Zirkular aus den 90ern zu Fragen der Kritik der politischen Ökonomie.


International

Cominsitu /// Linkskommunistischer Blog. Sammlung von Texten zu marxistischer und feministischer Theorie sowie aktuellen Bewegungen.

Viewpoint Magazine /// Kollektiv und Zeitschrift in den USA mit lesenswerten Beiträgen zur Aneignung und Aktualisierung materialistischer Theorie, Analyse aktueller Kämpfe und deren Bedeutung für eine gesellschaftliche Umwälzung, Kritik der amerikanischen Linken. 

The catalyst /// Marxistische Zeitschrift aus den USA, dessen Ziel die theoretische Verständigung über den Kapitalismus und Strategien zur Aufhebung desselben ist. Ableger von Jacobin.

Brooklyn Rail, Field Notes /// Theoretische Debattenbeiträge aus dem linkskommunistischen Spektrum. Editiert von Paul Mattick Jr.

Endnotes /// Linkskommunistisches, internationales Zeitschriftenprojekt mit theoretischen Texten zur Klassenneuzusammensetzung, Geschlechterverhältnis, Krise, marxistischer Theorie etc.

Chuang /// Kommunistisches Magazin über die Entwicklung des Kapitalismus und des Klassenverhältnis in China.

kosmoprolet/// Linkskommunistisches Magazin. Enthält einige lesenswerte Analysen der aktuellen Krise und der aufbrechenden Kämpfe. Außerdem Artikel und Kontroversen über verschiedene Komplexe der Kritik der politischen Ökonomie.

Das Große Thier /// Zeitschrift für alles mögliche. Manchmal auch lesenswertes.

outside the box /// Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik.  Auf der Homepage sind die schönen Printausgaben nachzulesen.

Wildcat /// Gibt mehrmals jährlich eine informative kollektiv erarbeitete Zeitschrift heraus, in der sich alles um die proletarischen Kämpfe rund um den Globus dreht. Wildcat setzt dabei auf die autonome Selbstorganisation der Klasse gegen ihre entfremdeten Repräsentationen in den reformistischen Gewerkschafts- und Staatsapparaten.

Kunst Spektakel Revolution // entstand im Jahr 2009 als Format einer Veranstaltungsreihe, die sich mit dem Verhältnis von Ästhetik und Gesellschaftskritik, von Revolutions- und Kunstgeschichte auseinandersetzt. KSR ist außerdem der Titel einer gleichnamigen Broschüren-Reihe, in der die Veranstaltungen der Reihe dokumentiert und zusätzliche Texte publiziert werden. KSR ist Teil des Veranstaltungsprogramms des Bildungskollektivs – die Vorträge der Reihe finden in der Regel in der ACC-Galerie in Weimar statt. Die KSR-Broschüren erscheinen im Katzenbergverlag.

communaut // Dieser Blog wird von verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen betrieben, die sich als antiautoritär-kommunistisch verstehen und gemeinsam für eine klassen- und staatenlose Weltgesellschaft streiten. Er entspringt einerseits dem Bedürfnis nach intensiverem Gedankenaustausch und engerer Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten, die in verschiedenen Städten und inner- und außerhalb der Redaktion von Kosmoprolet tätig sind. Andererseits soll er unseren Zusammenhang anderen Interessierten bekannt machen und sie zu unseren Diskussionen und Aktivitäten einladen. Wir veröffentlichen zu diesem Zweck Analysen von Kämpfen, Interventionen in Debatten, aber auch Beiträge, die die Klärung grundlegender Fragen kommunistischer Theorie, Praxis und Organisation fördern. Alle, die sich die hier aufgeworfenen Fragen in ähnlicher Weise stellen und an den Diskussionen beteiligen möchten, laden wir hiermit ein, eigene Beiträge beizusteuern.

Wir dokumentieren Beiträge der (Future) Workers for Future zur Klimabewegung. Darin skizzieren sie eine kommunistische Perspektive auf die ökologische Katastrophe der Gegenwart.

Flugblätter

„Was bleibt von der Welt am Ende des Monats?“ Aktualisiertes Flugblatt zum Klimastreik im November 2019

„Was bleibt von der Welt am Ende des Monats?“ Flugblatt zum Klimastreik im September

„What is left of the world at the end of the month?“ Leaflet on the ecological crisis

Interview

Die FWFF haben dem transit-Magazin ein Interview gegeben: In welche Richtung entwickelt sich die Klimabewegung? Gibt es einen notwendigen Widerspruch von „sozialer“ und „ökologischer Frage“? Geht es bei der Ökologie nur um Moral und Konsumkritik, ist das Thema nur für eine abgehobene urbane Mittelschicht relevant, die keine materiellen Probleme hat? Siehe: https://transit-magazin.de/2019/11/die-klimabewegung-muss-sich-zu-einer-klassenbewegung-radikalisieren/

2022

Was tun im Krieg? Zum revolutionären Defätismus der Arbeiter*innen im ersten Weltkrieg. Vortrag und Diskussion mit der Zeitschrift Wildcat.

Wider die Widrigkeiten – Die translib nach zwei Jahren Covid. Vorstellung der neuen Verfassung, anschließend Vortrag und Diskussion mit Florian Bossert „Viraler Angriff auf fragile Subjekte. Eine Psychoanalyse der Denkfähigkeit in der Pandemie.“

Hans-Jürgen Krahl als Kritiker der Kritischen Theorie. Buchvorstellung und Diskussion mit Meike Gerber, Julian Volz und Emanuel Kapfinger.

Geschichte der Arbeiter*innenbewegung. Auftakttreffen zu einem neuen Lesekurs.

2021

– Covid-19-Pandemie –

2020

Thomas Harlan: Heldenfriedhof / Rosa. Auftakttreffen für einen neuen Lesekreis.

Klassenkampf im Krankenhaus? Ein Pfleger aus Brüssel berichtet über Basisorganisierung.

Psychoanalyse und Gesellschaftskritik. Ein Tagesseminar zu Theodor W. Adornos Text „Zum Verhältnis von Soziologie und Psychologie“.

Der Charakter der Herrschaft. Ein Vortrag von Jérôme Seeburger zur kritischen Einführung in die Sozialcharaktertheorie.

2019

„Wir werden nicht zur Normalität zurückkehren, da die Normalität das Problem war.“ Vortrag und Diskussion mit chilenischen Genoss*innen zum Aufstand in Chile. Hier geht es zum Mitschnitt.

Wenn wir streiken, steht die Welt still – Frauenstreik als beginnende proletarische Öffentlichkeit? Workshop mit drei Genossinnen aus Hamburg.

Gewerkschaft oder Klassenkampf? Diskussionsveranstaltung mit Christian Frings. Hier gibt es eine Aufzeichnung.

Aspekte der politischen Ökonomie Ostdeutschlands. Vortrag und Diskussion.

„Luft zum Atmen“. Ein Film über die Gruppe oppositioneller Gewerkschafter bei Opel Bochum. Screening und Diskussion mit der Regisseurin und Protagonisten.

Rufen, was nicht ist – Zur Utopie und ihrer Rolle für die Emanzipation. Vortrag im Rahmen der Reihe Can’t Take My Eyes Off You des feministischen Lesekreises AK Unbehagen. Hier gibt es den dazugehörigen Aufsatz.

Klassenverhältnisse heute. Eine Workshop-Reihe an der HGB Leipzig zu Grundbegriffen des Klassenverhältnisses, Arbeitsverhältnissen der Gegenwart, der globalen Neuzusammensetzung der Klasse, künstlerischer Arbeit in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung, Beverly Silvers Begriff der Machtressourcen und die Feminisierung von Arbeitskämpfen. Organisiert vom Arbeitskreis „Klassenverhältnisse heute“.

Frauen der Novemberrevolution. Kontinuitäten des Vergessens. Buchvorstellung und Diskussion mit Dania Alasti.

Negrophobie. Grundsätzliches zum Rassismus gegen schwarze Menschen. Vortrag und Diskussion mit Dennis Schnittler, mit einem Reader.

2018

„Weihnachten wird nicht stattfinden“. Zur französischen Gelbwesten-Bewegung. Siehe auch den Mitschnitt und die weiteren Aktivitäten und Materialien zum Thema.

Ökonomie und Klassenstruktur des deutschen Faschismus. Tagesseminar zum gleichnamigen Text von Alfred-Sohn Rethel.

Zu einer materialistischen Ästhetik der Literatur. Tagesseminar zur Expressionismusdebatte.

It’s the end of the world as we know it. Zwei Beiträge aus der translib zur ökologischen Krise und den Reaktionen der Linken. Hier gibt es die Aufzeichnungen.

Zur materialistischen Theorie des Antisemitismus. Tagesseminar zu den „Elementen des Antisemitismus“ von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer.

Der Zug Richtung Abgrund. Der Kapitalismus und die Krise des Erdsystems. Ein Vortrag mit einem Mitglied der translib.

Johannes Agnolis „Subversive Theorie“. Ein Vortrag von Ali Ma.

Arnold Hausers „Sozialgeschichte der Kunst und Literatur“. Auftakt zu einem Lesekreis.

Rolf Pohls kritische Theorie der Männlichkeit. Ein Tagesseminar, organisiert vom Lesekreis Kritik der Geschlechterverhältnisse in der translib.

Umrisse der Weltcommune. Diskussionveranstaltung und Tagesseminar mit den Freundinnen und Freunden der klassenlosen Gesellschaft (Berlin)

Bitte osizillieren Sie! Eine Tagung zu den Ursachen des Rechtspopulismus mit Beiträgen von den Salonkommunisten und translib

Lesetag zum Thema sexuelle Gewalt. Organisiert vom Lesekreis Kritik der Geschlechterverhältnisse in der translib.

2017

Johannes Agnoli und die ApO – 1968 und die Folgen. Vortrag und Diskussion mit Ali Ma.

Lesetag zur Social Reproduction Theory. Organisiert vom Lesekreis Kritik der Geschlechterverhältnisse in der translib

Ein Abend für die ganze Familie. Vortrag und Diskussion zur Familie in Hegels Grundlinien der Philosophie des Rechts.

Trinken für den roten Herbst. Solibarabend mit Filmscreening und Einführungsvortrag zur Oktoberrevolution.

Ganztägiger Lektürekurs zur linken Kritik am Bolschewismus. Mit der Gruppe Sassulitsch, die dazu auch einen Reader erstellt hat.

Senza chiedere permesso – Ohne um Erlaubnis zu fragen. Filmscreening zu Fabrikkämpfen in Italien um 1968.

Tagesseminar zu Hegels Grundlinien der Philosophie des Rechts: Die Moralität

Seminar zur materialistischen Religionskritik in Halle. Hier gibt es den Reader.

Tagesworkshop zu Roswitha Scholz‘ Wertabspaltungstheorem

Releasefeier Outside the Box #6

2016

Religionskritik und Islam. Vortrag mit Jörg Finkenberger. Eine Veranstaltung des Großen Thiers.

Seminar zur Ausbildung des Widerspruchsgeists – Das abstrakte Recht in Hegels Rechtsphilosophie

„Care – Arbeit – Gesellschaft. Wert-Abjektion als Herrschaftsform des patriarchalen Kapitalismus.“ – Workshop und Vortrag mit Beatrice Müller (Reader zum Workshop)

„An der Speerspitze die Augen – Autorinnen und ihre Heldinnen“ | Workshop mit Marlene Pardeller und Katharina Zimmerhackl | Eine Veranstaltung des AK Unbehagen

My home is a prison. Eine Kritik der Hausarbeit mit den Mitteln des Films.

Auf dem Weg zur Care-Revolution. Soziale Kämpfe in der Sorgearbeit – Eine Veranstaltung mit der Initiative RESPECT aus Berlin über Kämpfe von migrantischen Hausarbeiterinnen

2015

Zur Psychologie des islamischen Staates – Vortrag mit Felix Riedel

Die Portugiesische Erfahrung – Revolution und Konterrevolution. Eine Reprise nach 40 Jahren. Drei weitere Veranstaltungen zur Portugiesischen „Nelkenrevolution“ 1974/75 (siehe auch die Veranstaltungen unten im Jahr 2014).

Arsons with demands. Vortrag und Diskussion über die Aufstände in schwedischen Vororten (Der Vortrag beruhte auf dem gleichnamigen Text, erschienen im SIC Journal)

» 61 Thesen über die S.I. und ihre Zeit« – Lektürekurs zur Auflösungsbroschüre der S.I. (Text hier als pdf oder online)

Tagesseminar der Freundinnen und Freunde der Dialektik zur Einleitung in Hegels Rechtsphilosophie

Gesellschaftskritik und kommunistische Programmatik – Diskussion mit Robert Schlosser mit Audiodatei und weiteren Texten

Unbridging the gap – zur überbordenden Brüchigkeit weiblicher Subjektwerdung. Ein Abend mit der Emma McGuffin Foundation Sektion Hamburg

Liebe, Autonomie und Arbeitsteilung – Zur Politischen Ökonomie der Paarbeziehung. Vortrag und Diskussion mit Sarah Speck.

Releasefeier der Zeitschrift Verschiebung. Broschüre zum Verhältnis von Kunst und Gesellschaft #1.

2014

Aktivitäten rund um die Leipziger Degrowth-Konferenz 2014

Zwei Veranstaltungen zur Geschichte des antiautoritären Kommunismus in Deutschland.

Veranstaltungsreihe zur portugisiesischen Nelkenrevolution 1974/75: Der Maulwurf und die Nelken. Krise und Revolution in Portugal

Kritik und Organisation. Diskussion über die Scherbentheorie

Öffentliche Diskussion des Koalitionspapiers der translib.

2013

Lektürekurs zum Begriff der entfremdeten Arbeit

Lektürekurse zur Kritik des Spektakels

Tagesworkshop zu Roswitha Scholz‘ Wertabspaltungstheorem

vom Lektürekurs Kritik der Geschlechterverhältnisse, am 25.02.2017 || 11:00 || translib

Der Reader zum Seminar_“Der_Wert_ist_der_Mann?!“

Ein Text zur Kritik am Wertabspaltungstheorem erscheint bald.

Ankündigung zum Seminar

Roswitha Scholz trat in den 1990ern Jahren an, eine materialistische Patriarchatskritik zu formulieren. Während ihre wertkritischen Genossen seinerzeit die Gesellschaft kritisierten, ohne die Kategorie Geschlecht zu berücksichtigen, war der Feminismus in Deutschland vom Hype um Judith Butlers Queer Theory beherrscht. In dieser Situation formulierte Scholz ihre steile These: „Der Wert ist der Mann“. War der Zusammenhang von Patriarchat und Kapitalismus in der sozialistischen Frauenbewegung der 1970er Jahre noch ein zentrales Thema gewesen, verschob sich die feministische Debatte zwanzig Jahre später vom Patriarchat zur heterosexuellen Matrix und der Frage nach der (De-)Konstruktion von sex und gender. Dabei ging die Kritik an der kapitalistischen Gesellschaft weitgehend verloren.

Scholz hingegen knüpfte an die „fundamentale Wertkritik“ der Gruppe Krisis an. Sie übernimmt von der Wertkritik die These, dass Gesellschaftskritik an den grundlegenden Marxschen Kategorien – Wert, Ware und Geld – anzusetzen habe. Der gesellschaftliche Gesamtzusammenhang werde danach bestimmt durch die „fetischistische Selbstbewegung des Werts“ (Scholz), die alle gesellschaftlichen Sphären durchziehe. Davon ausgehend hat Scholz ihre These der Wertabspaltung entwickelt, wonach von der Sphäre, die unmittelbar durch Wert- und Warenform bestimmt ist, eine Sphäre abgespalten wird. Diese Abspaltung ist notwendig eine geschlechtsspezifische: Die Sphäre des Werts und der Warenproduktion ist die des Mannes und des männlichen Prinzip, die abgespaltene, nicht wertförmige Sphäre ist hingegen die weiblich definierte. Die gesellschaftliche Sphärentrennung entlang des Geschlechts und die damit einhergehende Abwertung des Weiblichen will Scholz also schon in der „ökonomischen Zellenform“ der kapitalistischen Gesellschaft verorten. Damit verschränkt sie Kapital- und Geschlechterverhältnis zu einem logischen und notwendigen Zusammenhang, den sie im Begriff des „warenproduzierenden Patriarchats“ fasst.

Scholz‘ Theorie schlug bis heute hohe Wellen, vor allem im deutschsprachigen Raum: macht man sich auf die Suche nach einem materialistischen Feminismus, an dem nicht der vermeintliche „Mief“ der früheren Generation marxistischer Feministinnen haftet, wird gern Roswitha Scholz herangezogen. Ihre Theorie ist allem Anschein nach sehr attraktiv, beantwortet sie doch die Frage nach dem Zusammenhang von Kapitalismus und Patriarchat radikal, kurz, prägnant und „fundamental“. Und gerade die Hartnäckigkeit des Geschlechterverhältnis, deren Zeug_innen wir heute trotz Karrierefrauen und Hausmännern sind, findet in der These der Gleichursprünglichkeit von Kapital- und Geschlechterverhältnis eine vermeintlich einleuchtende Erklärung.

Trotzdem ist Scholz‘ Ansatz keineswegs unwidersprochen geblieben. Kritik kam aus unterschiedlichen Richtungen. So lautet etwa ein Einwand, dass der Wertabspaltungstheorie ein falscher Begriff des Werts und der Arbeit zugrunde liege. Eine weitere häufig formulierte Kritik wendet sich gegen den von Scholz behaupteten notwendigen Zusammenhang von Kapital- und Geschlechterverhältnis und betont gerade die Selbständigkeit von beiden.

Um Licht ins Dunkel dieser kontrovers diskutierten Wertabspaltung zu bringen, wollen wir uns in unserem Workshop Scholz‘ Thesen ein weiteres Mal zu Gemüte führen und uns fragen, wie dienlich sie für eine feministische Gesellschaftskritik sind. Wie überzeugend ist die Verhältnisbestimmung von Kapitalismus und Patriarchat? Und was kann sie leisten für eine Kritik des weiblichkeitsfeindlichen Geschlechterverhältnis? Ist womöglich eine Kritik des Geschlechterverhältnis, die diese nicht „logisch“ an den Wert bindet, hilfreicher, um dessen Veränderungen und Aktualität zu begreifen? Welche unterschiedlichen Konsequenzen haben die verschiedenen Positionen für einer feministische Kritik und Praxis?

Um diese Fragen zu diskutieren, möchten wir uns während des Workshops zunächst einführend die grundlegenden Annahmen der fundamentalen Wertkritik erarbeiten, um uns Scholz‘ theoretischem Ausgangspunkt sowie ihrer Abspaltungskritik zu nähern. Darauf aufbauend wollen wir anhand einer gemeinsamen Textlektüre zentrale Thesen von Scholz selbst diskutieren und uns kritisch mit diesen auseinandersetzen.

Den Reader zum Workshop und weitere Infos erhaltet ihr nach einer Anmeldung. Schreibt uns eine mail an translib_workshop@gmx.de

Die Veranstaltung wird gefördert durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen und den StuRa der Uni Leipzig.

Roswitha Scholz, 2014 (CC BY-SA 4.0)

Im September 2014 fand in Leipzig eine große internationale Konferenz der sogenannten Postwachstumsbewegung statt. Bereits im Februar 2014 gab es in der translib einige Treffen zur kollektiven Vorbereitung einer Kritik an der Postwachstumsbewegung (Hier die Einladung zu den Treffen und das Protokoll vom ersten Treffen). Die aus den Treffen hervorgegangene Interessengemeinschaft Robotercommunismus, in der einige translib-Mitglieder mitwirken, trat im September mit ihrer Kritik an die Öffentlichkeit. Zunächst mit dem polemischen Aufruf zur Schrumpfung der Degrowth-Konferenz, der bei der Auftaktveranstaltung der Konferenz im Innenhof der Uni Leipzig verteilt wurde. Es folgten noch in der Konferenzwoche eine öffentliche Diskussionsveranstaltung mit dem Titel Bhutan: Fluchtpunkt der Postwachstumsbewegung – Ideologiekritischer Kommentar anlässlich der Degrowth-Konferenz  (Mitschnitt siehe unten), ein Interview mit der Leipziger Internetzeitung und die Veröffentlichung eines längeren Thesenpapiers zum Postwachstum, den 16 Thesen zur Degrowth-Bewegung.

Die Thesen wurden in gekürzter Fassung auch in Ausgabe #217 des Conne Island Newsflyer veröffentlicht. Eine leicht gekürzte und redaktionell marginal bearbeitete Version der Thesen erschien unter der Überschrift „Unser Reichtum. 13 Thesen zur Postwachstumsbewegung“ in Ausgabe #45/2014 der Jungle World.

Aufbauend auf einer der 16 Thesen veröffentlichten Marco Bonavena und Johannes Hauer rund um den Jahreswechsel 2014/2015 einen längeren Text zur Kritik an der Forderung eines „Bedingungslosen Grundeinkommens“ im Onlinemagazin 10+5. Der Text heißt: „Grundeinkommen – macht Arbeiter und Unternehmerinnen glücklich!?“ und erschien in zwei Teilen.

Im März 2015 veröffentlichten einige Mitglieder der IG Robotercommunismus einen weiteren Text, der sich kritisch mit den Vorstellungen einer „anderen Welt“ auseinandersetzt, die im Degrowth-Umfekd anzutreffen sind. Der Text mit dem Titel „Kommunismus ist was Bestimmtes“ war ursprünglich für die libertären Leipziger Zeitschrift Feierabend! geschrieben worden, erschien jedoch letztlich in #221 des Conne Island Newsflyer.

Weiterhin entstand der Text „Die Grenzen der Schrumpfung“ von Johannes Hauer, welcher in konkret Nr. 3/2016 gedruckt wurde.

Im Mai 2015 haben zwei Mitglieder der IG Robotercommunismus ihre Kritik an der Degrowthbewegung in Bamberg vorgestellt. Seitdem folgten weitere Vorträge in Tübingen, Dresden, Bonn, Heidelberg und Osnabrück.

Januar 2014

Die Versprengtheit der kommunistischen Elemente in der Gegenwart ließ bei einigen Individuen das
Bedürfnis entstehen, einen Raum für eine kontinuierliche, offene und kollektive Kommunikation
über alle drängenden Fragen der Gesellschaftskritik zu schaffen: die translib. Im Zuge des
bisherigen Aufbaus dieses Ortes haben die bislang daran Beteiligten einen intensiven theoretischen
Selbstverständigungsprozess begonnen, dessen erstes Resultat das anlässlich unserer
Einweihungsfeier Ende Dezember veröffentlichte “Koalitionspapier” ist. Das Koalitionspapier soll
eine transparente und allgemein-verbindliche Grundlage der Mitarbeit, sowie der verschiedenen
Aktivitäten in der translib darstellen und seinerseits durch die Erkenntnisse und Erfordernisse, die
sich im Zuge dieses Prozesses ergeben, modifziert und konkretisiert werden. Wir laden an diesem
Abend alle Interessierten dazu ein, mit uns über das Koalitionspapier und die in ihm formulierten
Thesen ins Gespräch zu kommen.

Bericht von der Veranstaltung

Kritik und Organisation. Diskussion über die Scherbentheorie. Februar 2014

Dem Siegeszug der klassenlosen Klassengesellschaft steht das hiesige subversive Milieu als ohnmächtiger Trümmerhaufen gegenüber. Ohne Aussicht auf eine bewußte Bewegung, die den bestehenden Zustand aufhebt, und weit davon entfernt selbst ein antagonistischer Faktor zu sein, bleibt die Praxis der verschiedenen Szenen und Subzenen, Gruppen und Grüppchen auf sich selbst bezogen: Man trifft sich regelmäßig bei Vorträgen, gerne in der Rolle der passiven Zuschauer_innen von Szenestars, organisiert Seminare und Demos, engagiert sich in der Antifa oder Antira, hängt auf Voküs, Queer Parties oder Kneipenabenden rum. Im besten Fall hat man mal eine gute Diskussion, schafft eine Publikation, die sich verbreitet oder erprobt hier und da ansatzweise neue Formen der Kollektivität. Meistens jedoch weisen Theorie und Praxis nicht über den eigenen Bekanntenkreis hinaus. Schließlich kommt der Punkt, wo die eigene Zeit zu schade wird, um sie auf Plena und den immergleichen abendlichen Vorträgen zu verbringen.
Gegen diese Tendenzen richtet sich die 2012 erschienene Scherbentheorie des ehemaligen Club für sich. Sie rückt dem behaglichen Szeneleben auf den Leib und denunziert dessen Beschränktheit. Auf Grundlage dieses Textes (online: Scherbentheorie) möchten wir den gegenwärtigen Zustand der Organisation revolutionärer Theorie und Praxis diskutieren und insbesondere deren oftmals völlig unbewusst reproduzierten Formen zum Gegenstand der Kritik machen. Dabei geht es uns um die Frage, welche neuen Formen und Orte der Auseinandersetzung und Assoziierung es geben kann, auf deren Basis eine communistische Organisation und Selbstbildung möglich werden könnte.

Thesen:

1.
Die  Gruppe als die gegenwärtige Organisationsform der radikalen Linken beschäftigt sich meist nur mit einzelnen Momente des Bestehenden, oft mit der  Konsequenz, den Bezug zur kapitalistischen Totalität und zur notwendigen  Forderung ihrer Aufhebung zu verlieren. Dies führt zu Vereinseitigung,  Zersplitterung und Isolierung der Gruppen und deren Praxis voneinander.

2.
Die revolutionäre Linke krankt nicht daran, dass sie sich zuviel streitet, sondern daran dass sie sich  viel zu wenig streitet. Diskussionsveranstaltungen führen selten zu den erwünschten Auseinandersetzungen. Eines der großen Defizite der Kommunistinnen heute ist ihre so darniederliegende kümmerliche Debattenkultur. Ihre gegenseitige Ignoranz  und das Verharren in den eigenen Ideologie- und Organisationsgefängnissen ist fatal. Der Zersplitterung liegen inhaltliche Differenzen zugrunde, die durch Diskussionen offen ausgetragen werden müssen.

3.

Die Zersplitterung wird sich nicht durch ständig wechselnde, kurzweilige Kooperationen aufheben lassen. Es wird darum gehen müssen, langfristige und verbindliche Koalitionen Kooperationen einzugehen, um den Rahmen für eine verallgemeinerte Kommunikation zu schaffen: Orte wo sich Leute kennenlernen, streiten und assoziieren können.

4.
Die eigene Proletarität darf nicht als nebensächliche Existenz neben der politischen Aktivität in der Freizeit abgespalten werden. Vielmehr muss sie selbst Gegenstand der Reflexion und Praxis werden. Das bedeutet zum einen: sich Klarheit über die eigenen Arbeits- und Reproduktionsbedingungen zu verschaffen und diese damit auf einen allgemeinen Begriff zu bringen.

5. Die Organisation der revolutionären Partei im historischen Sinne, beginnt als Organisierung der Selbstbildung.

Reader mit weiterführenden Texten zur Analyse des jetzigen Zustandes: sowohl des Kapital – und also Klassenverhältnisses und dessen Entwicklungstendenzen, als auch der Organisationsversuche der Kommunist_innen heute.

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